Petra Moske
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Interview 11/2006Experteninterview 02/2007
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"Wie machen Sie das eigentlich?"


Interview mit Petra Moske geführt von Stefanie Link
November 2006

S. L.: „Ich würde gerne mit dem Anfang beginnen, mit Ihrem ersten Schritt, der den Weg zum heute vorgab. Petra, was war der Auslöser, der bei Ihnen die Entscheidung zum Handeln gab?“

P.M.: Es sind jetzt schon einige Jahre vergangen, als mir meine Verantwortung klar wurde, stellvertretend Engagement zu ergreifen für die Menschen, denen das Glück, auf den ersten Blick, nicht so hold war. Meine Zuversicht und der Wunsch nach Kreativität wandelte sich in starkes Engagement und ermöglichte plötzlich viele Gestaltungsmöglichkeiten diesen betroffenen Menschen meinen Respekt und meine Hochachtung zeigen zu können. Vor der bedingungslosen Liebe, die Eltern ihren behinderten Kindern entgegenbringen! Und ich spreche von der unglaublichen Leistung dieser Eltern, die ihre Belastung aushalten, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr!“

S.L.: „Sie haben ein sehr gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut, ihr bundesweit tätiger Verein „nestwärme e. V. Deutschland“. Welche Rolle spielen Sie dabei; sehen Sie sich selbst als Unternehmerin?“

P.M.: „Ja!. Ich verstehe mich und mein Handeln im besten Sinne als „Unternehmertum im Sozialen“. Ich gehe persönliche Risiken ein, um mit meinen Ideen und Visionen effizient das Leben für viele Menschen zu verbessern. Dabei setze ich mich zäh, engagiert und erfolgreich für bahnbrechende soziale Reformen ein. Ich besitze unternehmerische Talente, und widme mich als selbständige Unternehmerin der Lösung  eines gesellschaftlichen Problems. “

S.L. „Was bedeutet dann für Sie „Gewinn“?

P. M.: „ Wenn ich für mein Herzensprojekt erfolgreich sein konnte!“

S. L.: „Einer der besten fünf  Social Entrepreneurs in Deutschland zu sein, ist wie ein Leuchtturmsymbol für Ihr Handeln. Was genau ist denn der Social Entrepreneur in Ihnen?“

P.M.: „Ich tüftele so lange an meinem Ideenmodell herum, fixiere Schrauben, füge Teile hinzu, bis aus dem Modell - der Idee- , ein marktfähiger funktionierender Prototyp geworden ist, bereit zur Multiplikation. Ich denke systemisch – mir geht es nicht darum, nur an einem Ort etwas zu ändern oder ein Strohfeuer zu löschen. Mein Ziel ist es, die gesamte Gesellschaft zum Umdenken zu bewegen. Ländergrenzen sind dabei für mich kein Hindernis. Wie bereits gesagt,  ich denke und handele wie ein Unternehmer, aber ich bin im sozialen Bereich tätig und strebe nicht den persönlichen Profit an.“

S.L.: „Welche Vision begleitet Sie dabei, Frau Moske?“

P.M.: „Dass die Eltern von kranken und schwerstbehinderten Kindern nicht mehr das Gefühl haben müssen, sie sind alleine und niemand hilft ihnen“.

S.L.: „Wie würden Sie denn ihre stärksten Charaktereigenschaften selbst bezeichnen?“

P.M.: „ Ich bin eine sehr fröhliche Frau, mein zweiter Vorname ist „Lebensfreude“! Ich laß mich gerne begeistern und gehöre auch zu der Gattung „neugierig“. Leider haben diese Eigenschaften einen Gegenspieler, der Herr Ungeduld, der mir manchmal mehrmals täglich den Weg kreuzt………“

S. L. : „Und welche persönliche Werteorientierung haben Sie?“

P.M.: „ Da kann ich auf Anhieb einige nennen. Ich bin ein Verfechter der Tugenden wie beispielsweise die Höflichkeit für mich eine ist. Höflichkeit misst dem eigenen Auftritt nicht die Hauptrolle zu sondern nimmt Rücksicht. Hinzu kommt die Wahrung von ethischen Grundwerten, die leider immer wieder oft gebrochen werden. Auslöser meiner Meinung nach sind dabei Hass, Neid, Rücksichtslosigkeit und Arroganz. Ein weiterer wichtiger Lebenswert ist das Mitgefühl, es zeigen zu können, als auch Trost spenden zu können. Dort gehört für mich die Hilfsbereitschaft, eine innere Anteilnahme empfinden zu können. Und zum Schluss nicht zu vergessen die Toleranz, den Menschen aufgeschlossen und geduldig begegnen zu können. Und dabei für eine Zeit lang, das eigenen Anliegen bewusst und in Liebe hinten anzustellen“.

S. L.: „…und was kann Sie so richtig ärgern?“

P.M.: „Wenn gegen meine Werte rücksichtslos verstossen wird. Und ganz besonders über Ungerechtigkeiten, Willkür und Ignoranz.“

S. L.: „Schaffen Sie es denn abzuschalten?“

P.M.: „Jaaaaaaaa! Ich geniesse es in aller Ruhe am morgen mit meinen Hund durch den Wald zu laufen. Auch wenn ich tanzen kann, vergesse ich (fast) die Welt um mich herum. Und im Urlaub gemeinsam mit meiner Familie oder beim Zusammensein mit meinen Freunden. Da kann ich prima abschalten“

S.L. : „Wie steht es denn um Ihren „Lebenssatz“?

P.M.: „ Ja, ich habe einen. Er ist von Hermann Gmeiner und lautet: „Alles Große in der Welt wird nur dadurch Wirklichkeit, dass irgendwer mehr tut, als er tun müßte...“

S.L.: „Liebe Frau Moske, ich danke Ihnen für Ihre Zeit und das Gespräch!

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